Pferdetod durch Oleander

Frau K. ist seit 10 Jahren Pächterin einer kleinen Weide mitten in einem Dorf. Auf der Weide lagerte ein umgefällter Obstbaum. Der angrenzende Nachbar entsorgte ohne Frau K. davon zu informieren seinen Grünabfall auf diesem Asthaufen. Leider befanden sich darunter giftige Oleanderzweige. Der dreieinhalbjährige Wallach der Frau K. fraß an den Oleanderzweigen und starb wenige Tage später an einer Vergiftung durch Oleander.

Der Nachbar haftet  für den Tod des Pferdes. Die Parteien streiten allerdings darüber ob der Nachbar von dem Verpächter der Frau K. eine Genehmigung zum Lagern des Grünschnittes hatte. Eine bereits durchgeführte Beweisaufnahme hat ergeben, daß dies nicht der Fall war. Dennoch wird das Gericht wahrscheinlich zu dem Urteil kommen, daß der Frau K. ein Mitverschulden anzurechnen ist. Möglicherweise hätte sie täglich den Asthaufen daraufhin kontrollieren müssen, ob dort jemand unbefugt anderen Grünschnitt lagert. Die Parteien haben sich sodann vergleichsweise geeinigt bei einem angemessenen Mitverschulden der Klägerin in Höhe von 25 %. Der Beklagte mußte den Wert des Pferdes sowie die angefallenen Tierarztkosten  in Höhe von 75 % ersetzen.

 

Susanne Güldenpfennigs, Rechtsanwältin  u. Notarin